Kirchenführer
Liebe Besucher,
seien Sie herzlich willkommen in unserer Kirche. Sie finden hier einen Ort zum Verweilen und Beten. Vielleicht verhilft Ihnen die Musik in unserer Kirche am Sonntagnachmittag zu Momenten der Ruhe. Unsere Großbibel und unsere Cantate-Liederbücher können Sie gerne zum Lesen und Beten mit in die Bank- oder Stuhlreihe nehmen. Lichtschalter befinden sich in den Kirchen jeweils links hinter den Eingangstüren. Bitte denken Sie daran, das Licht wieder zu löschen. Für Kinder befindet sich eine kleine Auswahl an (Bilder-)Büchern auf dem Regal im hinteren Teil der Kirche.
Die Kirchen auf dem Feuerstein sind Teil des Jugendhauses Burg Feuerstein. Wir zählen Jahr für Jahr viele tausend Jugendliche und Erwachsene als Besucher, etwa 40.000 Übernachtungen im Haus und auf den Zeltplätzen. Die Kirchen sind daher in erster Linie Angebot für unsere eigenen Gruppen. Vor allem zu den kirchlichen Festkreisen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) kommen zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene zu Kursen auf die Burg. Darüber hinaus findet sonntags jeweils um 9:00 Uhr ein Gottesdienst statt. Ehrenamtliche übernehmen die musikalische Gestaltung mit neuen geistlichen Liedern und bieten zeitgleich zum Gottesdienst in der „Kinderkirche“ eine kindgerechte Liturgie für 3- bis 9-Jährige an. Montags bis freitags laden wir auch ein zum Kurzgebet um 14:30 Uhr in die Unterkirche, jeden ersten Mittwoch im Monat um 7:45 Uhr zum Personalgottesdienst.
Von Sonntag auf Montag gibt es im Jugendhaus in der Regel keine Belegung. Bedenken Sie bitte, dass im Jugendhaus selbst keine Besichtigungen möglich sind. Unsere Gruppen würden sonst nur zu oft beim Arbeiten oder in ihrer Privatsphäre gestört.
Krypta
Wenn Sie nun unsere Kirchen kennen lernen möchten, empfiehlt es sich, in der Krypta zu beginnen. Sie müssen zuerst die Treppen hinab in die Unterkirche; beiderseits des Treppenabgangs in der Unterkirche führen einige Stufen in die Krypta.
Die Dunkelheit dieses Ortes soll uns daran erinnern, dass wir Menschen ohne Christus in Dunkelheit und Todesschatten leben. Erst durch den Opfertod Jesu Christi am Kreuz kam Licht in die Welt: Der Altar in der Mitte und das Kreuz an der Wand sind Zeichen dafür. Die zwölf Leuchter rechts und links des Kreuzes stehen für die Apostel, die die Botschaft und das Licht weiter in die Welt getragen haben.
Unterkirche
Wenn Sie die Krypta verlassen, kommen Sie in die Unterkirche, die Maria, der „Mutter der Weisheit“ geweiht ist. Im Wandbild um den Altar herum finden sich Anklänge an die „Lauretanische Litanei“, die Maria mit besonderen Eigenschaften beschreibt. Die Glasfenster in der Rückwand der Unterkirche links und rechts der Treppe erklären auch unsere Bezeichnung der Unterkirche als „Kirche des alltäglichen Lebens“. Auf der einen Seite erzählen die dunkel und eher farblos gehaltenen Fenster von Verlorenheit (Feuer), Angst (Raubtierkopf), Hunger (gebrochene Ähren) und Tod (Sensenmann). Auf der anderen Seite verkörpern die Symbole menschliches Glück (Mensch), den Bund zwischen Gott und Mensch (Regenbogen), die Schönheit der Schöpfung (Sonne) und Schutz (Engelsflügel). Fenster und Wandbild wurden vom Bamberger Kunstmaler Alfred Heller geschaffen.
In der Unterkirche befinden sich auch der Tabernakel (vor dem Seitenfenster links vom Altar) und das Ewige Licht (im Bronzeleuchter auf der Empore). Wenn Sie die Unterkirche verlassen, blicken Sie bitte einmal nach links: Die in kräftigen Farben gehaltenen Fenster symbolisieren die Grundsäulen christlicher Spiritualität: „Oratio“ - „Meditatio“ - „Contemplatio“ (Beten – Betrachten – Sich versenken).
Bevor Sie eine Etage höher zur Oberkirche gehen, sehen sie vor dem großen Holzkreuz auf der rechten Seite das Grab von Josef Schneider („Jupp“), der als Diözesanjugendseelsorger das Haus 1946 mit begründet und dessen Geschicke über viele Jahrzehnte mit bestimmt hat.
Oberkirche
Durch die schwere Bronzetür betreten Sie nun die Oberkirche. In der Architektur (Architekt Heinzmann und Dombaumeister Schädel) und den Kunstwerken der Kirche finden Sie Anklänge an die „Verklärung Christi“, der die Kirche geweiht ist.
Das Lichtspiel in der Kirche ist geprägt von der großen Glaswand, der „Feuerwand“, einer Arbeit von Prof. Meistermann, zu der vielfältige Interpretationen möglich sind. Lassen Sie diese Fenster auf sich wirken und versuchen Sie eine eigene Interpretation der Formen und Farben!
Schauen Sie sich auch die Lage des Altars an: In Verbindung mit dem Weihejahr der Kirche 1961 kann für die Kirchen auf dem Feuerstein gesagt werden, dass sie die Entwicklungen des II. Vatikanischen Konzils und der Liturgiereform schon vorweg genommen hatten: Der Altar ist merklich in den Kirchenraum vorgerückt, die Priester feierten die Eucharistie bereits 1961 mit dem „Gesicht zum Volk“.
Der Kreuzweg an der linken Wandrundung ist von Jugendlichen während des Osterkurses 2005 erstellt worden.
Schlusslied der Feuersetinmesse
Zum Schluss möchten wir Ihnen noch den Text eines Liedes mit auf den Weg geben, das in unserem Liederbuch „Cantate“ (Nr. 125, Text von Anton Schwarzmann, Johannes Klehr und Stefan Hoffmann) als Schlusslied der Feuersteinmesse beschreibt, worum es uns im Jugendhaus und in unseren Kirchen geht:
Dies Haus aus Stein, es soll lebendig sein,
gebaut für uns, für jedes Kind, für alle,
die Gemeinde sind, die glauben,
dass mit Gottes Wort Gerechtigkeit und
Menschlichkeit beginnt an jedem Ort.
Dies Haus aus Stein, es soll ein Freiraum sein
für Zweifelnde, für Träumende,
für neue Wege Suchende.
Lasst sie nicht vor der Türe steh’n,
macht euch auf, lasst sie herein,
gemeinsam wird es geh’n.
So lasst uns gehn, legt Hand an, bleibt nicht stehn
in diesem Haus aus festem Stein,
die Welt soll voller Leben sein.
Zieht aus, vertraut auf Wort und Brot
in Lebensangst, in Traurigkeit,
im Aufstand gegen den Tod.
Wir danken Ihnen für Ihren Besuch. Sollten Sie Fragen zur Kirche oder zum Programm und den Veranstaltungen des Jugendhauses haben, können Sie uns anrufen oder sich während der Öffnungszeiten bei der Anmeldung des Jugendhauses informieren.
Gerne können auch Kirchenführungen für alle Altersgruppen mit uns abgesprochen werden.
Detlef Pötzl (Jugendseelsorger)
Hans-Peter Kaulen (Leiter)
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